Spanngurte zur Beambefestigung

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Spanngurte zur Beambefestigung

Beitragvon multihuller » Mi 12. Aug 2009, 20:42

Aus einem Mail eines P5-Seglers zitiert:

"Der größe Schlag war dabei von Ribnitz-Damgarten nach Wiek, gesegelte Strecke ca. 30km, wofür ich 6h gebraucht habe. Die geringe Geschwindigkeit lag aber an dem zu Beginn sehr schwachen Wind. Das war ein Schlag, der für viel Bauen, Ausprobieren, Verwerfen und auch Enttäuschungen entschädigt hat. Mein Vertrauen in das Boot ist dadurch erheblich gestiegen. Alles hat gehalten. Nur unter diesen Bedingungen haben die Spanngurte ihre Grenze aufgezeigt bekommen. Durch das Spritzwasser wurden sie naß, haben sich gedehnt und durch die ständigen Bewegungen haben sich dann die Verbindungen horizontal verschoben. Da das zu sehr unangenehmen Situationen führen kann, habe ich in der Zwischenzeit durch Schrauben dafür gesorgt, dass es sich nicht mehr wiederholen kann"

Ich hatte dasselbe Problem, daß sich die Spanngurte oder Laschings lockern. Eigentlich lassen sie sich ja immer wieder nachspannen (daher der Name), aber es muss unbedingt verhindert werden, das die Beams (Rohre) von den Auflagen rutschen können. Mein Vorschlag: Einige Seilwicklungen um das Rohr (10mm Tauwerk) und diese mit Epoxi verkleben.

Othmar
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Re: Spanngurte zur Beambefestigung

Beitragvon manfred » So 16. Aug 2009, 20:09

ja, der Schlag von Ribnitz-Damgarten nach Wieck war wirklich ein Erlebnis der besonderen Art.

Bei mir ist das Problem vielleicht deshalb so gravierend, weil ich Alu-Rohre verwendet habe. Bei Surfmasten sind die Schwierigkeiten vielleicht nicht ganz so groß.
Zu dem Nachspannen möchte ich mit Radio Eriwan antworten: Ja, aber.....
Das Nachspannen des Gurtes auf dem Ausleger ist auf dem Wasser schwierig, weil dieser dabei untergeht (zu wenig Auftrieb). Außerdem merkt man das ganze meist erst dadurch, dass sich die Rohre horizontal verschoben haben. Das Zurückschieben ist auf dem Wasser nicht möglich, mit den damit verbundenen Konsequenzen (Wandern des Masttop nach Lee, dadurch erhöhte Luvgierigkeit).
Für mich ist der Verlsut des Auslegers der absolute Supergau. Alles andere - Leckage im Rumpf, Riggverlust - läßt sich auf einem Binnensee noch irgendwie händeln. Aber wenn man sich auf einem sich ständig drehenden Rumpf im wahrsten Sinne des Wortes über Wasser halten muß - da wird es ausgesprochen ungemütlich.
Ich plädiere daher dazu, die Verbindungsrohre durch die Rümpfe zu stecken, mit Schrauben zu sichern und zusätzlich mit den Gurten zu verspannen (erhöht die Sicherheit und die Schrauben quietschen ohne erbärmlich)

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Re: Spanngurte zur Beambefestigung

Beitragvon segelreto » Sa 22. Aug 2009, 21:03

Mit der Ratschengurtbefestigung habe ich beste Erfahrungen gemacht. Allerdings verwende ich im Vaka 4 kleine Ratschengurte, die sich bei Nasswerdung, zugegeben ,etwas längen. diese 4 mußte ich bis jetzt kaum nachspannen. Bei der Amabefestigung konnte ich nach 4 Std. bei ca. 5 Bf (stärkste Belastung bis jetzt) ein Wandern des (oder der?) Ama leewärts um ca 2 cm fesstellen, was wohl an der ungeschickten Befestigung des Luvwants liegt. Die Gurtspannung war nicht beeinträchtigt, wohl ein weiterer Vorteil eines elastischen Surfmastbeams. Habe zudem ähnlich Othmars Idee kleine Epoxianschläge an den Beams, die den Aufbau erleichtern und das Herausrutschen erschweren. Lassen sich genauso leicht an Alubeams anbringen. Durchgangsschrauben haben für meinen Geschmack auf Proas genauso wenig zu suchen, wie Westriggs, Ruderanlagen oder Schwerter. Über den Ama kann man viel sagen, aber nicht, daß er zu klein ist. Meiner geht noch nicht mal unter, wenn ein 80 Kilowesen drauf steht. (Man könnte sich ja auch zum Nachspannen auf den Bauch legen.)
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Re: Spanngurte zur Beambefestigung

Beitragvon segelreto » Sa 22. Aug 2009, 23:18

P.S. Da man ja meist in Wassernähe aufbaut, könnte man ja man ja auch die Spanngurte VOR dem Spannen naßmachen.
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Re: Spanngurte zur Beambefestigung

Beitragvon manfred » Fr 28. Aug 2009, 19:35

Das mit den Nasen gefällt mir. Wenn man die Beams dann durch den Rumpf und einen kleinen Aufbau auf dem Ama führt und mit Gurten verspannt ergibt das für mich die optimale Lösung (siehe auch Thema „2 Jahre Erfahrung mit der Proa P5“).

Ich wiege allerdings auch 80kg, aber mein Ausleger geht unter, wenn ich mich darauf stelle. Bei der Aktion auf dem Darß habe ich mich natürlich nicht auf den Ausleger gestellt sondern nur mal schnell rübergelangt, versucht nachzuspannen und dann sofort wieder an Schot und Ruder gegriffen, weil das Boot anfing, irgendetwas unvernünftiges anzustellen. Dabei sind die Wellen schon über den Ausleger geschwappt. Wenn man meilenweit von der nächsten Küste entfernt ist, steigt der Adrenalinspiegel doch etwas an und die Sache ist nur noch begrenzt vergnügungssteuerpflichtig.

Wo ich diese Zeilen schreibe merke ich allerdings, dass ich das Boot wohl etwas überfordere. Auf der einen Seite soll es auf meinem kleinen Schwachwindrevier auch bei leichten Winden schnell sein, bei gar keinem Wind als Spaß- und Badeboot dienen und zudem noch für raue Fahrten bei viel Wind und Welle auf der Ostsee taugen. Das ist wohl doch etwas viel verlangt von dem kleinen Boot. Ich denke aber, dass ich mir zwei Riggs zulege, das jetzige, wenn ich die Luvgierigkeit rausbekomme, und eines von ca. 10qm.

Schrauben finde ich auch nicht gut auf einer Proa und ich habe mich bemüht, so weit wie möglich ohne auszukommen. Bei mir gibt es nicht mehr als eine Handvoll, kategorisch ablehnen würde ich sie aber nicht. Ebenso würde ich auch Schwerter einsetzen, wenn sie das Segelverhalten verbessern. Ich glaube - allerdings rein aus dem Bauch heraus, beweisen kann ich es nicht - dass sie die bessere Lösung gegenüber asymetrischen Rümpfen sind.

Bis demnächst in diesem Forum
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Re: Spanngurte zur Beambefestigung

Beitragvon segelreto » Sa 29. Aug 2009, 16:13

Hallo Manfred!
Daß dein Ama bei 80 KG untergeht, liegt wohl daran, daß er wegen Deiner Designänderung weniger Volumen hat, als meiner. Dafür ist er sportlicher. Wenn man sieht, mit was für Zahnstochern die Insulaner segeln! Ich glaube, das 10,5 Segel wäre ein gutes Universalsegel. Bei Schwachwind kommt man gut voran, und Wind bis 4 plus, wahscheinlich mehr kann man bei ausgewogenem Rigg noch allein segeln. Denn der Ausleger ist lang, soviel Hebel gibt kein Trapez der Welt. Bin neulich bei einer Bö, einhand ganz außen auf dem Ama gestanden und habe wahrhaftig noch einen kleinen Lupf verspürt! Das Tempo war hurtig und alsbald trat jenes Phänomen ein, das ich schon oft bei hohen Geschwindigkeiten beobachtet habe: Das Boot fiel satt ab, ging fast auf Raumschotkurs, um erst wieder bei sinkender Geschwindigkeit anzuluven. Was es unbedingt zu studieren gilt, ist die Funktion der beiden Reffleinen von Masttop an Unterspiere. Das man damit wirkungsvoll Druck aus dem Segel nehmen kann, habe ich schon ausprobiert. Aber 2 weitere Camklemmen am Mastfuß habe ich jetzt erst installiert, um das richtig ausprobieren zu können. Angeblich benutzt man ja die Leinen nicht nur zum Reffen, sondern auch zum Abfallen und für Vorwindkurse, um eine Art Spiballon zu erzeugen.
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