2 Jahre Erfahrung mit der Proa P5

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Re: 2 Jahre Erfahrung mit der Proa P5

Beitragvon manfred » So 30. Aug 2009, 08:24

Hallo Reto,


Dein leidenschaftliches Plädoyer für die mikronesische Proa verdient eine Erwiderung.
Im Grundsatz stimme ich Dir voll zu. Wenn ich sehe, welcher Aufwand und welches Geld in die –zugegebener Massen effektivste – Innovation im Hochseeregattasport, den Schwenkkiel, gesteckt wird kann, ich nur mit Unverständnis den Kopf schütteln. Was für Gewichte und damit Kräfte da unterhalb der Wasserlinie bewegt werden müssen. Würde der Kiel etwas länger ausgeführt und noch mehr angehoben, so dass er aus dem Wasser käme, würde sogar der Wasserwiderstand entfallen. Was wir dann hätten wäre eine polynesische Proa. Ich bin überzeugt, wenn der Aufwand für den Schwenkkiel in z.B. Böfrühwarnsysteme oder Analysesysteme für Riggspannung und die dynamische Bewegung des Bootes gesteckt würde, könnten so viel schnellere Boote gebaut werden als das heute mit dem Schwenkkiel der Fall ist.
Aber zurück zu den „bewährten“ Elementen der mikronesischen Proa. Wenn man den Mikronesiern damals unsere heutige Technik zur Verfügung gestellt hätte, hätten sie sicher auch andere Boote gebaut. So was ist eigentlich das "bewährte"?
Von daher finde ich, sollten alle Möglichkeiten des Bootsbaus in Erwägung gezogen werden. Jeder sollte das für ihn optimale daraus zusammenstellen.

Aber vom Grundsätzlichen zurück zum Praktischen:
Wie fixierst Du bei Deinem Stagsystem die Position des Mastes? Läßt Du in der Entstellung einen Knoten gegen ein Auge laufen?

Danke für Deine praktischen Tipps und schönen Urlaub (ich werde in den nächsten Tagen an Dich denken, wenn das Wetter hier so trüb und grau bleibt, wie es zur Zeit ist)

Gruß
Manfred



Hallo Peter,

bzgl. Deiner Dashboards kann ich die Erfahrung von Reto bestätigen. Der Rumpf selbst verursacht herzlich wenig Spritzwasser. Bei mir kommt es fast ausschließlich von der unteren Ruderaufnahme, dann aber in ganz erheblichen Maße. Ich erinnere mich an eine Fahrt bei 5WS mit meinen Sohn, wo wir nach 15 min die schöne Sausefahrt abbrechen mussten, weil zuviel Wasser im Boot stand. Aber da Du die untere Ruderaufnahme nicht hast und ein selbstlenzendes Cockpit, scheinst Du hier ein Problem lösen zu wollen, das Du gar nicht hast (auch wenn Dein Bug nicht so voll ist wie bei meinem Boot). Da das Wasser, wenn überhaupt nicht direkt ins Cockpitläuft sondern erst auf das Deck, ist aus meiner Sicht ein kleiner Wellenbrecher auf Deck vor dem Cockpit die weniger aufwändige Lösung.
Auf das selbstlenzende Cockpit bin ich übrigens leider erst durch Deinen Hinweis aufmerksam worden. Schade, scheine eine Sache mit vielen Vorteilen zu sein.

In dem Zusammenhang hattest Du davon gesprochen, Hohlräume mit Flaschen auszufüllen. Ist vielleicht doch nicht so gut, da sie ziemlich viel Krach machen dürften. Ich verwende alte Schwimmwesten und Fender und habe jetzt Styropor aus Versandpaketen (beim Zusenden von Lacken, Epoxydharz und dergleichen fällt ja jede Menge an) in Plastiksäcken verpackt. Ich habe das Styropor eine Woche gewässert, es hat kein Wasser angenommen, müsste also gut funktionieren.

Schöne Grüße und weiter viel Spaß beim Bootsbau

Viele Grüße
manfred
 
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Re: 2 Jahre Erfahrung mit der Proa P5

Beitragvon segelreto » So 30. Aug 2009, 21:26

Ich habe nichts gegen augenscheinliche Verbesserunrgen, wie z.B. Material (Segeltuch, Kunstharz, Kunstfaser etc) oder Technik (Rollen, Winschen o.ä.. Aber was auch ins Auge sticht, ist die runde Geschlossenheit der heiligen Dreifaltigkeit: Asymmetrischer Ellipsenrumpf, Deltarigg mit Kippmast, Steuerpaddel. Ich widerhole mich, egal. Ich finde es nur bedenklich von vornherein zu sagen (oder zu denken) "Proa, schön - exotisch! Aber ein Segel ohne Profil! ein STEUERPADDEL! das ist doch unzivilisiert?" , bevor man es überhaupt ausprobiert hat.
Wie gesagt, ich habe den Verdacht, daß keines dieser 3 Dinge ohne die 2 Anderen so recht will.
Ich spanne mein Stagsystem mit 2 Jungfern oder "Juffern", das sind Lochscheiben, durch die ein Reep hin und her führt, ein einfacher Flaschenzug, dem man in Piratenfilmen als Wantenspanner begegnet. An ein zusätzliches Loch eine Reepschnur gebändselt, 2 Camklemmen ans Sitzbrett, fertig ist die stufenlose Mastanschlagjustierung.
reto
p.s. das Reiseziel steht endlich fest: Elba
p.p.S würde gern Bilder posten aber er sagt: Datei zu groß, bin Forenneuling und Appleuser, weiß jemand Abhilfe?
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Re: 2 Jahre Erfahrung mit der Proa P5

Beitragvon manfred » Mo 31. Aug 2009, 01:21

Hallo Reto,

ich hatte mit der Dateigröße das gleiche Problem. Von Othmar habe ich dann den folgenden Hinweis bekommen:

Benutze dazu das beste und
kostenlose Programm "Irfanview" mit deutscher Bedienoberfläche:
http://www.irfanview.de/ Einfachste Bedienung und Superergebnisse.

Ich brauchte etwas Unterstützung durch meinen Sohn aber dann bin ich gut damit klar gekommen (ich finde toll, was man hier so alles lernt).

Gruß und schönen Urlaub. Wie kommst Du denn nach Elba, mit der Proa? Wahrscheinlich nicht, aber nimmst Du sie mit?

Manfred
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Re: 2 Jahre Erfahrung mit der Proa P5

Beitragvon p_schurli » Mo 31. Aug 2009, 06:42

Hallo Manfred und Reto!
Auch für mich ist eine Proa untrennbar verbunden mit asymetrischen Rumpf, Deltasegel und Steuerpaddel. Ich finde es schade, wenn Leute eine Proa haben und diese dann mit Surfriggs oder Bermudabesegelung ausstatten. Gerade das Shunting-Rigg und die Steuerung des Bootes durch Gewichtsverlagerung und Paddel waren für mich maßgebliche Faktoren eine Proa zu bauen.

Danke, Reto für deine Segelmaße! Ich werde mein erstes Versuchssegel aus 200gr Plane machen. Wenn sich der Schnitt bewährt hat, wär ein Dacronsegel nicht schlecht.

Die Wellenbrecher sind jetzt fertig. Sie beginnen erst 45cm nach dem Cockpit-ende und stören daher beim Sitzen nicht. Ich habe sie in erster Linie gebaut, weil sie mir gut gefallen.
Die äußeren Scheuerleisten aus Hartholz kann ich empfehlen. Sie sind nicht viel Arbeit und machen den Rumpf sehr stabil.

Manfred
Das selbstlenzende Cockpit könntest du jederzeit bauen. Mein Cockpitboden besteht aus 2 Lagen 4mm Sperrholz. Eine Lage erschien mir zu biegsam und 6mm Sperrholz hatte ich keines mehr. Der Boden liegt seitlich auf den Stringern auf und auch auf die Spanten habe ich Leisten geklebt. Auf Auftriebskörper in den Hohlräumen habe ich jetzt doch verzichtet, da die Proa sechs über die Rumpflänge verteilte, unabhängige Hohlräume hat, die kaum alle auf einmal Leck werden.
Das/Die Paddel werde ich mittels Ruderdollen oder durch Anbinden besfestigen.

Heute bekommt die erste Rumpfhälfte den Glasüberzug. Die Temperaturen sind jetzt noch ideal dafür.

Grüße, Peter
Proa P5, Corsair F-27
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Re: 2 Jahre Erfahrung mit der Proa P5

Beitragvon segelreto » Mo 31. Aug 2009, 23:04

Natürlich mit dem Boot! Hurra! Heute früh gehts los.
Aber bis Elba auf dem Autodach. Ernste Abenteuerfahrten werden erstmöglich sein, nachdem der Cockpitboden 10 cm höhergesetzt wurde. Habe natürlich bis zur letzten Sekunde gebastelt. Die neuesten Errungenschaften sind: Klappbare (Transport!) Sitzbrettverlängerungen, die außen auf den Ruderaufnahmen aufliegen. Damit kann man jetzt bequem bis weit achtern sitzrutsch- trimmen. Außerdem wird vorn luvwärts Wasser abgehalten (Ich sage nie mehr etwas gegen Wellenbrecher).
Ferner selbstgebastelte Klemmblöcke und eine Gewebebandauflage auf dem Kiel. Elba ist steineig und nach einer Saison kam teilweise schon das Holz durch. Außerdem hab ich meine Klemmenanordnung für Shuntleine, Kippmastanschlag und Reffleinen optimiert, außerdem noch die Luvwanten da angeschlagen, wo sie schon immer hinsollten, nämlich an die Ama- Spanngurtwiderlager. Fotos müssen leider noch 2 Wochen warten.
Ciao, reto
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