Erfahrung mit der Proa P5 Teil2

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Re: Erfahrung mit der Proa P5 Teil2

Beitragvon segelreto » Do 1. Okt 2009, 11:06

Hallo, Othmar!
Mag sein, daß sich der Mast mit Gummizug selbst zentriert. Dafür muß man in der 2. Shunthälfte umso mehr ziehen. Bei mir laufen Endlosstag und Shuntleine paralell zur Kiellinie und ich ziehe beim Shunten einfach mit einem Handgriff an Beiden gleichzeitig, sobald die Segelspitze etwa mitschiffs ist. Das heist: mit EINER Zugbewegung ziehe ich sowohl Masttop, als auch Segelspitze in die neue Position.
Hallo, Manfred!
Wie gesagt, mein Mastfuß steht Luvwärts ca 20 cm auf dem Sitzbrett. Direkt vor dem Mastfuß (Leewärts) ist ein Haken, über den ich nach dem Shunten mein Endlosstag spanne. Damit haben die Stagen (4mm Dyneema) mehr Spannung und sind aus dem Weg. Der Mast könnte damit niemals Luvwärts umfallen, selbst wenn er auf der Luv-Bordkante stehen würde.
Jungfern sind leicht selbst zu bauen, leicht, man kann daran gut Anschlagreeps befestigen, haben mehr Reibung als Flaschenzüge (man muß sie ja nicht dauernd verstellen), schauen gut aus, haben keine Ecken, die das Boot beim Shunten beschädigen und erfüllen denselben Zweck mit viel weniger Aufwand.
Was mich sehr interessieren würde, und was ich auf die Schnelle noch nirgends gefunden habe, wäre eine Mastbauanleitung im Surfmaststil, also endlich mal ohne Holz (zu schwer), nur mit Harz und Glas/Carbon.
reto
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Re: Erfahrung mit der Proa P5 Teil2

Beitragvon manfred » Mi 7. Okt 2009, 19:37

Hallo Reto,

danke für Deine Antwort.
Ich kenne mich bei Jungfern nicht so aus, ist da die Reibung nicht sehr groß?
Bzgl. der Kräfte, die das Endlosstag aufnehmen muss ging es mir nicht so sehr um das Tauwerk sondern um die Beschläge am Rumpf. Bei ca. 40cm horizontalem Abstand (halbe Rumpfbreite plus der Abstand auf dem Sitzbrett von 20cm) und einer Höhe von ca. 5m ergibt sich eine äußerst ungünstige Kräfteverteilung auf das Stag und die Beschläge, wenn das Segel back steht. Hattest Du da noch keine Probleme?
Meinst Du bei Deiner Frage wirklich Masten oder die Spieren? Surfmasten als Masten sind als Lösung doch gar nicht so schlecht.

Gruß
Manfred
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Re: Erfahrung mit der Proa P5 Teil2

Beitragvon p_schurli » Sa 10. Okt 2009, 18:38

Hallo Reto!
Hätte auch Fragen zu den Juffern. Ich wußte vorher gar nicht wie die Dinger heissen und welche Funktion sie haben. Kannte das sozusagen nur aus Piratenfilmen. Da sie aber sehr leicht herzustellen sind, möchte ich sie auch gerne verwenden. Was machst du mit den offenen Tauende? Wo wird das belegt und wie? Mir sind natürlich auch deine schönen Holzblöcke aufgefallen. Hast du die auch selbst gemacht?

Anbei ein Foto meiner Spieren:
peter_spars.jpg
peter_spars.jpg (47.89 KiB) 5605-mal betrachtet



LG Peter
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Re: Erfahrung mit der Proa P5 Teil2

Beitragvon manfred » So 11. Okt 2009, 12:25

Hallo Peter,

auch Deine Spieren sehen sehr gut aus. Wenn ich Dich richtig verstanden habe, sind sie aus laminierten Latten. Was wiegt denn bei Deinen Spieren der laufende Meter? Hast Du auch mal über eine Fachwerkkonstruktion nachgedacht oder weißt Du, wo dazu etwas geschrieben steht? Ein Quadrat aus 5cmX5cm mit 5mm Bootsbausperrholz und einem Kreuz in der Mitte dürfte eine ähnlich Stabilität haben.
Zu Deiner Frage nach dem Tiefgang (ich hoffe die Werte kommen nicht zu spät):
Hauptrumpf: leer 25 cm
Mit einer Person=80kg 35 cm
Mit zwei Personen=160 kg 45 cm
Ausleger: leer 15 cm
Mit einer Person 21 cm
Mit zwei Personen 26 cm

Für welche Farbtöne hast Du Dich entschieden?
Viel Spaß und

Good Lu(a)ck
Manfred
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Re: Erfahrung mit der Proa P5 Teil2

Beitragvon segelreto » So 11. Okt 2009, 22:28

Hallo Manfred!
Ich meinte natürlich Spieren, Surfmasten sind als Masten gut geeignet, sofern man Überlänge nimmt, und den oberen (zu weichen) Teil absägt. Ich hatte auch schon einen Unabgesägten, der sich dann bei starken Böen beängstigend bog. Ich befestige meine Endlosstag- Blöcke nicht an Beschlägen, sondern habe die Kielleiste 4 cm nach oben, über die Decks hinaussragen lassen, 15 cm tief, mit Platz für 3 Löcher: Shuntleine, Festmacher, Endlosstag, von Aussen nach Innen. Durch das Loch einen Dyneemaschäkel (leicht, fest, leicht selbst herzustellen). Da kann wohl kein Beschlag mithalten. Für diesen Zweck funktionieren die Jungfern super, Reibung ist nicht zu groß.
Hallo Peter!
Spierengratulation! Momentan knote ich das freie Flaschenzug-ende einfach um die anderen Stänge (3 halbe Schläge). Man könnte evtl. eine Mini- Camklemme auf einer der Jungfern anbingen. Bei 3- o. 4mm Dyneema muß diese ja nicht sehr groß sein.
Die Blöcke sind auch selbstgemacht, aber nicht die Rollen. Selbstgedrehte Minirollen hab ich übrigens auf senkrechten Messingachsen in die Shuntleinenlöcher eingebaut. Sehr gut bewährt haben sich die Schotklemmblöcke (die Curryklemmen sind leider gekauft). Vorher hatte ich (selbstgemachte) Klampen auf dem Sitzbrett.
Zu schade, daß ich das nicht beweisen kann (Fotos)
Reto
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Re: Erfahrung mit der Proa P5 Teil2

Beitragvon p_schurli » Mo 12. Okt 2009, 07:26

Hallo!
Die Rah wiegt bei 6,10m Länge ca. 6kg, Mast und Baum jeweils 4,50kg. Für gebogene Spieren halte ich die Vollbauweise aus mehreren Latten am geeignetsten. Da wäre mir eine Fachwerkkonstruktion zu viel Arbeits- und Materialaufwand, obwohl ich nicht an der Stabilität zweifle. Beams werden doch oft so gebaut.
Für gerade Spieren in unseren Dimensionen würde ich auch auf Surfmasten oder ähnliches zurückgreifen. Wieviel wiegt so ein auf unsere Bedürfnisse zugeschnittener Surfmast?
Danke Manfred für deine Angaben zum Tiefgang!
Ich werde das Unterwasserschiff jetzt bis 35cm in Gelb einfärben.
Rumpf und Ama werden weiss mit einem gelben Streifen unterhalb der Deckskante.
Als Lack kommt preisgünstiger 2K Lkw Lack zum Einsatz. Der ist kratzfest und elastisch und weißt nach Aussage des Chemikers die gleiche Zusammensetzung wie 2K Bootslacke auf. Für unsere Nicht-Wasserlieger wirds ohnehin egal sein.
Cockpit, Spieren, Beams und Sitzplattform bleiben natur.
Da das schöne Herbstwetter jetzt vorbei ist, werde ich drinnen lackieren müssen.

LG Peter
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Re: Erfahrung mit der Proa P5 Teil2

Beitragvon multihuller » Mo 12. Okt 2009, 16:07

manfred hat geschrieben:Dein Segelriss gefällt mir auch. Eine Frage dazu: Warum brauchst Du einen so langen Mast? Die Spieren sind bei Deinem schönen Riss ja nun einmal gebogen. Mit ehemaligen Surfmasten bekommt man das bekanntlich nicht hin. Wenn man die Spieren aus Holz baut, braucht man sicher 5cm Durchmesser. Bei 5m Länge gibt das ca. 5kg. In Surfmastausführung kann man diese Länge für das halbe Gewicht bekommen. Hat da jemand Erfahrung, ob man die gebogenen Spieren nicht in laminiertem Vollholz, sondern in Fachwerkausführung bauen kann (aus 5mm Bootsbausperrholz zum Beispiel)?


Hallo Manfred,

den Mast habe ich so lang gemacht, weil ich nich nicht genau weiß, wie sich die Lateralflächen bei dem neuen Boot verhalten. Zudem möchte ich im Ama ein Schwert ausprobieren, das sicher zusätzliche Luvgierigkeit generiert. Wir werden sehen. Kürzer machen geht ja immer. Ich bin jetzt bei der letzten Lage Uni-Glas und werde zum Schluss noch ein, zwei Lagen 300er Gewebe aufbringen, damit ich was zum Schleifen habe. Ich denke bei einem Durchmesser von ca. 8 cm mit einem Gewicht von 10-11 kg hinzukommen. Der Mast muss bei 19 qm Segelfläche schon etwas stabiler als ein Surfmast sein. Wie ich den Mast gebaut habe, darüber berichte ich im nächsten Multihull Report.
Anschließend werde ich die gebogenen Spieren angehen. Ich möchte Sie aus Karbon machen und habe schon einige Ideen, wie das zu realisieren wäre. Aber dazu möchte ich jetzt noch nichts sagen. Erst einmal sehen, ob es funktioniert.

Grüsse
Othmar
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Re: Erfahrung mit der Proa P5 Teil2

Beitragvon segelreto » Fr 16. Okt 2009, 10:21

Hallo, Peter!
Ich verwende momentan einen 470 er 15% Carbon Surfmast als Mast, von dem vielleicht 30 cm abgeschnitten sind. Komplett hat er 2,6 KG gewogen.
reto
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Re: Erfahrung mit der Proa P5 Teil2

Beitragvon manfred » Di 20. Okt 2009, 19:10

Hallo Peter,

ich verwende einen Fanatic Heavy Duty Mast, 4,7m lang. Wie viel der genau wiegt, kann ich im Moment nicht sagen. Er dürfte aber im normalen Range liegen, für 4-4,9m Länge werden von den Händlern 1,85 bis 2,6 kg angegeben.

Hallo Reto,

ist Dein Mast wirklich 4,4 m lang? In dem Video sieht es so aus, als ob Du einen langen Mastfuß verwendest. Aber selbst damit scheint Dein Mast nur ca. 4,7m lang zu sein. ist da so? Mit dem Thema Biegung bin ich sehr rustikal umgegangen und habe einfach einen Besenstiel in den oberen Teil des Mastes gesteckt. Sobald ich die endgültigen Maße für mein Rigg habe, kommt dann eine "salonfähige" Lösung. Aber für jetzt reicht es.
Zu Deinen Fotos: In einem mail an Dich hatte ich Dir angeboten, zu versuchen, Deine Fotos zu konvertieren, wenn Du sie mir per mail schickst, aber das mail ist wohl irgendwo im Orbit von bits und bytes verloren gegangen, mein Angebot besteht aber nach wie vor.

Gruß
Manfred
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Re: Erfahrung mit der Proa P5 Teil2

Beitragvon p_schurli » So 25. Okt 2009, 19:45

Hallo!
Ich habe dieses Wochenende das Lackieren des Bootes abgeschlossen. Aufgrund der niedrigen Temperaturen und der nassen Witterung, lackierte ich drinnen. Da ich keine Erfahrung mit Farbrollern habe, griff ich zur Spritzpistole mit der ich gut umgehen kann. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden, aber die Reinigung der Garage (Farbnebel) dauerte 6 Stunden. Ich werde nie wieder drinnen lackieren.
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