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6 Meter Proa auf der Flensburger Förde

Verfasst: Di 25. Sep 2018, 17:24
von lars2390
Moin moin,
ich habe mir im letzten Winter eine 6 Meter Proa gebaut und diesen Sommer auf der Förde gesegelt.
s. youtube "fjordproa"
Ich würde mich freuen Kontakt zu anderen Proaseglern, -bauern zu bekommen.
VG. Lars
fjordproa@gmx.de

Re: 6 Meter Proa auf der Flensburger Förde

Verfasst: Do 27. Sep 2018, 18:56
von manfred
Hallo Lars,

einen dreifachen Glückwunsch. Zu dem, auch handwerklich, sehr gelungenen Boot, zu dem sehr gut gemachten Video und zu den hervorragenden Segeleigenschaften. Eine Proa zu bauen, die sich ohne Ruder steuern lässt, ist nicht ganz einfach.

Etwas überrascht bin ich über Deine Pläne, eine Travellerschiene für den Rahhals anzubringen.

Mit der Schiene habe ich bei RapaNui nur schlechte Erfahrungen gemacht - schwer, kompliziert, sehr teuer und hat im Betrieb nur Ärger gemacht. Deshalb habe ich sie später einfach abgebaut und bin ohne gesegelt.
https://www.youtube.com/watch?v=2K2rJUWEHLA

Auf Tangaroa habe ich sie dann gar nicht erst vorgesehen.
https://www.youtube.com/watch?v=wFaag72HoZU

Auch Othmar auf seiner Kalapuna und Reto auf seiner Lili'uokalani fahren den Rahhals ohne Travellerschiene (gibt es auch unzählige Videos bei youtube).

Ich würde die Energie in die Längenanpassung von Rah und Mast stecken, damit der Rahhals optimal an der Scheuerleiste entlang gleitet.

Nach diesem verheißungsvollen Start weiter viel Spaß und viel Erfolg mit Deiner Proa
Manfred

Re: 6 Meter Proa auf der Flensburger Förde

Verfasst: Fr 28. Sep 2018, 17:19
von lars2390
Moin Manfred,
vielen Dank für das positive Feedback.
Das Ding mit der Schiene.
Ich habe schon öfter gehört, das das nicht so gut funktioniert
und eigentlich wollte ich ja dicht am Original bleiben.
Mir ist die Methode die ich zur Zeit benutze aber auch zu langsam und manchmal verheddern sich der nach unten überstehende Teil des Mastes mit der Schot und der Führungsleine und er schaufelt Wasser an Deck, wie im Video zu sehen, was bremst.
Vor einigen Jahren hatte ich Klaus Deppermann auf Fehmarn getroffen. Der kam mit der Schiene gut klar.
Ich werd mir nochmal die alten Fotos von seinem Boot anschauen.
Aber egal ob Schiene oder nicht macht es natürlich Sinn wenn der Rahhals möglichst dicht an der Rumpfkante entlangläuft.
Ich werd mir mal ein 1:10 Modell bauen.
erstmal vielen Dank Lars

Re: 6 Meter Proa auf der Flensburger Förde

Verfasst: So 18. Nov 2018, 13:08
von segelreto
Hallo, Lars!
Ich segle seit 10 Jahren mit Lili'uokalani (P5) in der Weltgeschichte herum (Mittelmeer, Nord- und Ostsee).
https://www.youtube.com/user/segelreto
Wie Manfred halte ich eine Führungsschiene für unnötig. Eher würde ich:
1. den Mast verlängern. (Anschlagpunkt mindestens 2/3- 1/3 Rah) Das macht weiteren Segelhalsradius beim Shunt, unterer Überstand Rah kann gekürzt werden. Segelhals "fällt" bei Shuntbeginn günstigerweise Richtung Bootsmitte.
2. Shuntleine so konfigurieren, daß man alleine damit von der Bootsmitte aus den Shunt bewältigt und nicht mehr umständlich zu den Bügen laufen muß.
3. Mastfuß nach Luv auf das Sitzbrett stellen und Masttop mit Luvwant Verstagen. Stützmast fällt weg und man kann Mast nach Luv oder Lee trimmen ( sehr hilfreich für ruderlosen Trimm).
4. Trampolin/Brettchen zum Ausreiten in Luv.

Re: 6 Meter Proa auf der Flensburger Förde

Verfasst: So 18. Nov 2018, 15:35
von segelreto
P.S. Wenn der Segelhals bei Shuntmitte mal kurz über der Bordkante ist, ist das bei einer so kleinen Proa total unproblematisch: man ist beim Shunt eh in der Bootsmitte und schubst ihn einfach weiter Richtung neuen Bug.
Bei der polnischen Traditions- Proa Fraktion muß das so sein, weil die nach dem "Ein Schot Prinzip" arbeiten: Der Hals "überspringt" die Schot bei Shuntmitte. Ein System das viel für sich hat, hab es auch schon ausprobiert.

Re: 6 Meter Proa auf der Flensburger Förde

Verfasst: So 18. Nov 2018, 20:43
von lars2390
Hallo Reto,
Schön von Dir zu hören.
Dein Südwindvideo war der Auslöser das ich mir die Proa gebaut habe.
Das die Schiene nicht sehr beliebt ist habe ich jetzt noch öfter im Forum und woanders gefunden.
Scheint ja wohl was dran zu sein.
Ich bin jetzt grade dabei verschiedene Möglichkeiten im Model auszuprobieren.
Alles von der Mitte aus zu machen wäre natürlich optimal.
Zur Zeit dauert das Shunten bei mir ca. 30 sec. was mir viel zu lang ist.
Die Idee mit der Schot finde ich gut. Bisher fahre ich die Schot direkt ohne Untersetzung weil mir das zu viel Tauwerk war, wenn das jeweils nicht gebrauchte vorn um die Spiere hängt und sich beim Shunten verheddert. Das fällt dann mir einer Schot ja weg.
Die Verlängerung der Spiere wollte ich sowieso weglassen.
Den Stützmast fand ich bisher bei kentern ganz praktisch. Boot kippt nur bis 90° und bleibt dann liegen. (meistens)
Fällt das Rigg ohne Stützmast nicht schnell mal nach Luv?
Das Trampolin aus Sperrholz war nur ein shortcut weil ich schneller aufs Wasser wollte.
Wie groß ist denn eigentlich dein optimale Höhe am Wind?
Bei vernünftiger Geschwindigkeit sind das bei mir nur ca. 20° mehr als halbwind.
Funktioniert das Reffen mit den Reffbändseln oder wandert der Segeldruckpunkt dann sehr stark?
VG. Lars
sonst auch fjordproa@gmx.de

Re: 6 Meter Proa auf der Flensburger Förde

Verfasst: Mi 21. Nov 2018, 20:38
von segelreto
Hallo, Lars!
Wie gesagt, Mastfuß nach Luv (wie bei allen Traditions Proas), Vor- und Achterstag werden dadurch zu Leewanten, Mast bleibt selbst beim Kentern stehen.
20° mehr als halbwind
Meinst du 140 Grad Wendewinkel über Grund? Das wäre sehr wenig. Ich schaffe etwa 100. Reffen hilft zum Überleben. allerdings bleibt der Druckpunkt weit oben.
Servus, Reto