Oru - Adaption des Riggs aus Sri Lanka

Für Freunde der schlanken und schnellen Auslegerboote. Egal ob traditionell oder modern (kein Bootsmarkt).

Oru - Adaption des Riggs aus Sri Lanka

Beitragvon multihuller » Do 12. Mai 2011, 12:41

Der Hinweis von Reto auf das Rigg der Oru in Sri Lanka ließ mir keine Ruhe und so habe ich mich einmal im Internet umgesehen und bin bei der FAO (Food and Agriculture Organization) der Vereinten Nationen auf ein interessantes Dokument gestoßen:
Development of Outrigger Canoes in Sri Lanka
http://www.fao.org/docrep/007/ae440e/ae440e00.htm
Die unten abgebildeten Zeichnungen stammen daraus.

Nachdem ich das Rigg (hoffentlich richtig) verstanden hatte, war der logische Schritt, einmal eine Adaption für "unsere" Proas zu versuchen. Zur Erklärung: Das Rigg der Oru ist eine Spriettakelung, bei der die Stenge bis zum Deck geführt ist. Das viereckige Schratsegel wird dabei mit fliegendem Vorliek gefahren. Der Segelkopf ist am Masttopp befestigt und die Piek am Topp der Stenge. Mast und Stenge sind querschiff versetzt. Beim Shunten kann so die Stenge in Lee vom Mast vorbeischwingen. Der Segelhals muss dann vom alten Bug auf den neuen Bug umgesetzt werden. Bei der originalen Oru wird das manuell während des Shuntvorgangs vorgenommen, wobei am Segelhals eine große Schlaufe befestigt ist, die einfach über die jeweilige Bugspitze geworfen wird. Auch das einfache Stag der Stenge wird umgesetzt. Wer sich die Zeichnungen/Fotos genau ansieht, wird bemerken, daß die Oru nicht längssymmetrisch ist. Trotzdem wird das Boot wie eine Proa gefahren. Diese Asymmetrie wird vieleicht durch die Anordnung der Träger, an denen die Netze zum Shrimpsfang hängen, bestimmt.

Bei meinem Versuch einer Adaption habe ich Mast und Stenge mit laufenden Endlosstagen versehen, die an einem Anschlagpunkt bei der erreichten Stellung stoppen (wie auch beim Krebsscherensegel üblich). Der Segelhals müßte dabei analog mit einer Leine auf den neuen Bug gezogen werden. Der Trimm des Segels erfolgt über die jeweilgen Achterstagen, wobei das Maststag die Spannung des fliegenden Vorlieks reguliert und das Stengenstag die Wölbung des Segels.

Vielleicht weckt das bei einem abenteuerlustigen Proafan das Interesse, so ein Rigg einmal auszuprobieren. Für alle Kommentare und Anregungen wie immer dankbar.
Othmar
Dateianhänge
SriLanka.jpg
srilanka_rigg.jpg
Adaption
Bala-Oru_t.jpg
Bala-Oru-Sail.jpg
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Re: Oru - Adaption des Riggs aus Sri Lanka

Beitragvon multihuller » So 1. Jan 2012, 15:27

Dazu passendes 10 Minuten Video auf Youtube:
http://youtu.be/L-ERJwFrBSk
Hier in Negombo war ich vor gut 10 Jahren mit so einem Ding für 3 Stunden unterwegs. Tolles Erlebnis.
http://youtu.be/xpMdY_Dv37A
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