Deltasegel: Reffen und Segelschnitt

Für Freunde der schlanken und schnellen Auslegerboote. Egal ob traditionell oder modern (kein Bootsmarkt).

Re: Deltasegel: Reffen und Segelschnitt

Beitragvon segelreto » Mi 26. Okt 2011, 22:26

Der Mastring müßte aus rutschigem Material sein, vielleicht Dyneema oder ein Rollenring, wie bei großen Gaffelriggs.
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Proareff2scaliert.jpg
Rah gefiert, Reff eingebunden, Fall durch Auge am Mastring geführt und wieder angeschlagen. 2. Luvwant am Mastring eingepickt
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Re: Deltasegel: Reffen und Segelschnitt

Beitragvon segelreto » Mi 26. Okt 2011, 22:43

Wenn man bei belegter Shuntleine das gereffte Segel fiert und das Fall etwas aufmacht, wird nicht der Mastring nach unten rutschen, sondern das Fall durch das Auge am Mastring gleiten und der Rah geügend Spiel geben um sich beim Shunt nicht mit dem Mast zu verhaken, zumal der Shunt bei Starkwind stattfindet und der Wind die Rah auf Abstand vom Mast hält.
Servus, Reto
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proareff scal3.jpg
Segel gerefft
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Re: Deltasegel: Reffen und Segelschnitt

Beitragvon segelreto » Fr 28. Okt 2011, 10:22

Hier noch eine Skizze vom Shunt mit gerefftem Segel und etwas gefiertem Fall. Eine Proa ist beim Starkwind Shunt verwundbar. Deswegen ist es sogar gut, wenn die Rah beim Shunt noch weiter abgesenkt ist, als in der Segelstellung.
Servus, Reto
P.S. Der Baum der Ailuk Proa wird wohl auch 7 oder 8 m lang sein. Ein Kurvenschnitt von nur drei bis vier cm im Unterliek, gleicht wahrscheinlich nur die Durchbiegung des freien Baumendes aus, um das Achterliek flach zu halten. Die Rah ist sehr weit am Ende angeschlagen. Da ist wenig Durchbiegung des freien Rahendes zu erwarten. Deswegen wahrscheinlich auch kein Kurvenschnitt im Vorliek.
Ich denke, der Schnitt des Ailuk Segels zielt auf ein flaches Achterliek und nicht auf ein Profil weiter vorn.
Die S- Form des Achterlieks gibt allerdings zu denken.
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Proareff shunt scaliert.jpg
Shunt mit gerefftem Segel, Fall etwas gefiert
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Re: Deltasegel: Reffen und Segelschnitt

Beitragvon multihuller » Fr 28. Okt 2011, 17:47

segelreto hat geschrieben:Wenn man bei belegter Shuntleine das gereffte Segel fiert und das Fall etwas aufmacht, wird nicht der Mastring nach unten rutschen, sondern das Fall durch das Auge am Mastring gleiten und der Rah geügend Spiel geben um sich beim Shunt nicht mit dem Mast zu verhaken, zumal der Shunt bei Starkwind stattfindet und der Wind die Rah auf Abstand vom Mast hält.

Hi Reto,
herzlichen Dank für die ausführliche und bebilderte Beschreibung. Jetzt ist einsichtig, wie du beim Shunten die Rah vom Mast wegbekommen willst. Vor allem das am Ring durchrutschende Fall war mir nicht klar. Wenn sich die Rah auf der Shunting Line etwas "abstützt", kommt sie oben vom Masttopp frei. So sollte es funktionieren. Bin schon sehr auf deine ersten praktischen Erfahrungen gespannt.
Grüsse
Othmar
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Re: Deltasegel: Reffen und Segelschnitt

Beitragvon segelreto » Di 29. Mai 2012, 21:27

Hallo!
Hier mein Mastring, den ich heute gebastelt habe.
Servus, Reto
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Mastring.JPG
Mastring aus 4mm Dyneema Hohlgeflecht, einmal komplett ineinander gesteckt, 2 Edelstahlkauschen mit genähten Taklingen fixiert. Plastikkugeln als Rutschhilfe
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Re: Deltasegel: Reffen und Segelschnitt

Beitragvon multihuller » Fr 1. Jun 2012, 05:16

Hallo Reto,
jetzt können wir sicher bald deine ersten Erfahrungen aus der Praxis lesen. Du hättest natürlich statt der Plastikkugeln selbstgedrehte aus Hartholz nehmen müssen ;)
Ich bin auch gerade dabei das Boot flott zu machen und gespannt, wie sich mein neues Elvström-Segel mit eingebautem Profil verhält.
Die Saison kann starten ...
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Re: Deltasegel: Reffen und Segelschnitt

Beitragvon segelreto » Fr 1. Jun 2012, 06:01

Hallo, Othmar!
Bei mir dauerts noch, hab mein neues Segel noch nicht einmal angefangen. Trage mich mit dem Gedanken, nach Polen, zum Proa Meeting zu fahren.
Servus, Reto
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Re: Deltasegel: Reffen und Segelschnitt

Beitragvon segelreto » Sa 28. Jul 2012, 11:40

Mein neues Rigg hat gerade Spieren, das Segel ist mit 6 bis 8 cm Zugabe geschnitten, ca 11 m2. Damit kann ich sehr gut ohne Steuerpaddel kontolliert Höhe laufen und bis raumen Wind abfallen und war beim Proameeting in Polen schneller, als alle anderen. Sogar Janusz Ostrovskis neue 7m/16m2 Proa mußte sich geschlagen geben, erst, als er gegen Ende unserer Ostseereise etwas von meiner Technik übernahm, den Mast für Raumkurse nach Luv zu ziehen, bzw. für Amwindkurse nach Lee zu lassen, konnte er deutlich an Geschwindigkeit zulegen (weniger Steuerpaddel einsatz), und wir waren teilweise gleichschnell.
Das Segel hat ein Bindereff, welche die Segelfläche um etwas weniger als die Hälfte verringert, und zusammen mit dem oben beschriebenen Mastring ein effektives Reffsystem darstellt. Damit konnte ich auf dem frischen Haff (Polen, Ostsee) bei Bf 6 mit 7er Böen (laut polnischem Seewetterbericht) kontrolliert und sicher gegenan segeln. Ein Verhaken von Rah und Mast beim Shunt trat nicht auf. Das Fall wurde zum Shunt nicht extra gefiert.
Servus, Reto
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Reffwant.JPG
Reffwant am Luvwantblock durch Aerocleat längenverstellbar
Mastring.JPG
Fall läuft durch Auge am Mastring. Rah hat genug spiel, um sich beim Shunt nicht mit Mast zu verhaken
Reff halbtotal.JPG
Reff total.JPG
Anschlagpunkt des gerefften Segels am Mast ist durch variablen Reffwant Höhenverstellbar
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Re: Deltasegel: Reffen und Segelschnitt

Beitragvon multihuller » So 29. Jul 2012, 08:35

Hallo Reto,

super, daß du zur Baltic Proa Conference fahren konntest. Und natürlich Gratulation zum guten Abschneiden bei den Vergleichsfahrten. Ungeachtet deiner seglerischen Fähigkeiten bin ich auch ein bißchen stolz auf die P5 ;)

Ebenso meine Hochachtung zum gelungenen Umsetzen deiner Reffidee für das Deltasegel. Werde mich bis zur nächsten Saison daran machen, das für die P8 nachzuvollziehen. Singlehand sind mir meine 18 qm zuviel, wenn es auffrischt, bzw. ich bin zu "leicht" zum Ausreiten. Also muss das "Reto-Reff" her!

Danke dir für die Infos
Othmar
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