Masten selber bauen?
Aufruf an alle Multihuller zum Thema: - Nennt Bezugsquellen und Vorgehensweisen, alle Tipps und Tricks wie man die Spargel so leicht und preiswert wie möglich herstellt oder warum alles Unsinn ist ... also bitte her mit den Infos.
Euer Beitrag
- Zum Mastenbau -
(18.02.05) .. nachdem ich nun erleben durfte - nach 25 Jahren Bootsbau und Mastenbauerfahrung - dass Kaufinteressenten für Katamarane Nachfragen und Beiträge in diesem Forum als verunsichernd empfinden ... ( echt) hier mene Entscheidung für den Mast meiner Narai IV mit TIKI Beams: Der Mast wird ein klassischer Wharram Kastenmast aus feinjähriger Fichte ( leicht), total astfrei , Kernbohlen, in 40mm Wandstärke , 220 x 160 im Aussenquerschnitt und mit zwei Salingpaaren, Diamonds und Innenausfüllungen im Saling- und Wantenangriffsbereich. Verleimt mit WEST und weiss lackiert, verjüngt ab obere Saling/ Kutterstag (auf ca 9,60), Gesamtlänge 13,60. Das Grosssegel ist ein durchgelattetes Katsegel mit flachem Schnitt und 2 Reffreihen, Patentreff.Die Schot fährt auf Schiene über die ganze Breite (6.80). So. Eine klare, einfache Konstruktion.
Thomas Herion, Essen
- Masten bauen
Für meine Wharram Narai Iv, 13 m x 6,90m, 4 to, steh ich vor der Frage, welchen Mast ich baue- sie bekommt nur einen. Damit in Verbindung muss die Entscheidung für ein Rigg fallen. Ein schöner Genus Roller und das Segel sind schon da, das Angebot für Alurohr AlMgSi1 in 180x5 liegt günstig vor, aus 6 m Längen exquisit verschweisst und Verstärkungen innen, wo gewünscht. Das wäre gut für ein Wharram Spreizgaffelsegel ala Pahi 42.-Alternativ liegt Erfahrung vor im Bau von Holzmasten, auch hohl, aber nicht genug, um das zu dimensionieren, und welches Grosssegel dann? Lieber Wharram -Gaffel mit Spreizgaffel - oder doch Bermuda? oder vielleicht Steilgaffel ala holländische Tjalk in moderner Form? Wer hat Tips?
Thomas Herion, Essen
- Gittermasten
Ich vermisse hier Infos zu Berechnung und Bau von Gitterrohrmasten aus VA. Dies ist meines Wissens der preisgünstigste Weg, einen (leichten) Mast herzustellen. Weitere Vorteile sind: geringer Luftwiderstand dadurch bessere Anströmung des Segels
einfaches Besteigen des Mastes. Über Informationen zum Thema wäre ich sehr dankbar.
Kai Lüddecke
-
hallo selbstbauer, den holzmast für meine tiki 30 baue ich mit unidirektionalerkohleversteifung selbst. die materialien beziehe ich bei folgender adresse
info@voncorvin.de oder tel. 04054768900. auch für das glasgelege und epoxy hat die firma mir sehr gute preise gemacht. was sagt ihr dazu den mast wie bei den tikis, nur statt holz pvc schaum.zu bauen man wuerde dann statt einer form nur eine flache unterlage brauchen und der mast währe innen 8 eckig. man hätte dann auch die möglichkeit durch die zwei stufenbauweise rohre für fallen etc. einzubauen. viel spass beim basteln
manne gehrken
- Mastberechnungen
Ich bin begeistert, so eine Summe von hochwertiger Info zu meinem liebsten Steckenpferd. Da möchte ich auch mitmachen. deshalb habe ich mich hingesetzt und überlegt und gerechnet und jetzt bin ich unsicher ob alles so paßt.
Ich schlage einen Aufruf vor. Im Team sollte es besser laufen. Alles weitere siehe unten.
Reinhold Melzer
-
Ergebnisse einer Abschätzung von Kräften im Mast eines Kat
In den letzten zwei Wochen habe ich mich intensiv mit der Abschätzung von Kräften im Mast eines Multi beschäftigt und eine Reihe von Ergebnissen erhalten. Allerdings bin ich mit den Materialeigenschaften von Aluminium unsicher, da es sich hierbei um eine Werkstoff handelt, der im Bauwesen nicht üblich ist. Außerdem sind schon rund 25 Jahre vergangen, seit ich mich das letzte Mal mit der Materie Statik und Festigkeit befasst habe. Zudem habe ich auch alte Literatur herangezogen.
Ehe die Ansätze und ausführlichen, nachvollziehbaren Berechnungen als Kochrezept ins WWW gestellt werden, sollte eine Kollege aus dem Maschinenbau oder der Luft- und Raumfahrttechnik eine Korrekturlesung vornehmen.
Ergebnisse für einen Hobie Cat 21:
| Gewicht Boot | 300 kg |
| Crew | 180 kg |
| Länge | 6,5 m |
| Breite | 3,0 m + 0,6 m Wings auf jeder Seite |
| Mastlänge | 10,0 m |
| Wanten | 7,0 m |
| Druckkraft im Mast | 30 KN |
| Auflagerkräfte Balken auf zwei Stützen |
| Mastfuß | 0,7 KN |
| Want | 1,8 KN, |
| Zug im Want | 9 KN (angehängter Kragarmträger) |
| Biegemoment | 1,12KNm |
Querschnittsfläche Mast 10 cm² für 10 und 20 cm Achsen
Flächenmoment W 19 cm³ und W 31 cm³
Zulässige Spannungen Duraluminium:
| Ruhende Belastung | 1300 kp/cm² Druck und Zug | 1500 Biegung |
| Schwellfestigkeit | 850 | 980 |
| Wechselfestigkeit | 600 kein Druck ! | 690 |
Noch nicht abgeschlossen: Betrachtungen zum Knicken z. B. nach Euler.
- Mastbau bei Schionningdesign aus Carbon/Epoxy
Mein Katamaran, Schionningdesign, ist gerade in Australien im Bau. Der
Designer, Jeff Schionning, hat Pläne für Mastenselbstbau aus
Carbon/Epoxy, ich werde einen solchen Mast bekommen. Die Konstruktion
wurde von Philipe Peche abgesegnet, er segelte mit Team Adventure und
soeben mit Orange um die Welt und war für Mast und Segel verantwortlich.
Er baut unter andem meine Segel.
Bitte Infos unter www.Schionningdesigns.com.au nachsehen.
Ruthard Schmidt
- Masten in Holz/Epoxi-Bauweise
Die Diskussion hat einen breiten Rahmen angenommen (... im Multihull-Forum), da gibt es Masten für Jollen, kleine Kats und etwas größere Kats. Wichtig ist, daß wir Amateurmastbauer wissen, wo wir jeweils stehen. Es werden erhoffte Vorteile nicht erreicht, wie wir lesen können oder Kosten explodieren, wie gleich noch zu lesen ist. Wichtig ist ob der Multihuller einen Mast hat und aus Spaß an der Freude baut, dann sollte er wirklich auch Verbesserungen erzielen. Wenn er keinen Mast hat, wie in meinem Fall, dann lohnt sich Selbstbau immer, weil Kohle und Epoxi billiger sind als ein entsprechendes Aluminiumprofil. Dabei ist natürlich keine Arbeitszeit und Aufwand für Vorrichtungen einbezogen. Die Gewichtsersparnis kann 20% und mehr betragen, das hängt aber letztlich von der Risikobereitschaft des Erbauers ab.
Ich kann auch nur von Masten mit Rohgewichten von 50 bis 100 kg sprechen, außerhalb weiß ich nichts. Meine Berechnungen verfeinern sich immer mal. So ergeben sich bei einem definierten Belastungsfall für Alu eine 2fache Sicherheit und bei Kohle 12fach. Wenn man einen Steg in ein Profil setzt steigert man die Sicherheit z.B. von 5 auf 6. Das ist wenig. Das Risiko, daß der Steg wohl bricht und das Laminat aufreißt, ist größer. Jetzt kann man lebhaft die Zahl 12fache Sicherheit diskutieren, ob es nicht auch leichter geht. Zu bedenken ist, daß es einen ganzen Katalog von Belastungsfällen gibt der zu kalkulieren währe. Das dauert aber länger als der Mastbau selbst. Belastungsfälle heißen nicht nur Streckenlast bei 6Bft sondern auch Mast fällt vom Anhänger oder auf Deck und schlägt mit der Saling auf. Wenn der Mast in Spanien am ersten Tag des Jahresurlaubs bricht, hat man die A...Karte gezogen. Dagegen sind die Kosten für ein paar Kilo Kohle nichts.
Die vertretene Ansicht man könne Popniete in CFK genau so haltbar einziehen wie in Alu, teile ich überhaupt nicht. Besser ist VAblech zu hinterlegen. Ich baue nicht mit Holz, daß hängt aber nur von der persönlichen handwerklichen Ausrichtung ab, der Holzverarbeiter muß der bessere Handwerker sein. Zur Preiseskalation folgende Zahlen: mein aktueller 14m Mast wiegt roh 52 kg und mein nächster 15m Mast wird 99kg wiegen. Die Mastprofile sind natürlich unterschiedlich, sind aber keine Flügelmasten. Jeder Bastler hat seinen Kilopreis (~50Euro/kg) zu dem er das Material einkauft. Ich würde mich über Adressen von preiswerten Lieferanten freuen.
Karl-Heinz Kukuck
|