Der Katamaran
Der Katamaran hat seinen Ursprung in Polynesien. Dort wurde er neben der Proa (Auslegerboot) als Prunk- oder Lastensegler genutzt. Etwas dieser archaischen Einsatzweise ist bei manchen neuen Entwürfen heute noch zu sehen. Gegenüber dem Trimaran hat der Katamaran den Vorteil, bei gleicher Länge mehr "Lasten" schleppen zu können. Daher wird er häufiger als Fahrtenboot eingesetzt, wo die reine Geschwindigkeit auch nicht die auschlaggebende Rolle spielt. Moderne Kreuzer-Katamarane beziehen zumeist die Rümpfe in den Lebensraum ein, größere Boote sind mit einem Deckshaus überbaut. Katamarane bis 9 mMehr als beim Einrumpfboot unterliegt das Mehrrumpfboot einem Längen-Sprung. Unter ca. 8 - 9 m herrschen sportliche Typen vor, erst darüber wird es komfortabel. Das liegt daran, daß kleine Mehrrumpfboote proportional kleinere Innenräume als Monos haben.
Verläßt man den reinen Strand-Katamaranbereich, beginnt so ab 7 m Länge das, was man Fahrtenboot nennen kann. Bei den Katamaranen beschränkt sich der Lebensraum zumeist auf die Rümpfe, das Deck bleibt Spielwiese und Sonnenstrand. Ein bekannte Vertreter dieser Spezies ist z.B. die FORMAT 700 von Jürgen Peters. Legt man 1 bis 2 m zu, kommen Boote wie der STRIDER von Woods, die AQUILON von Stanek Marine oder die SHUTTLEWORTH 28 vom gleichnamigen Konstrukteur in Frage. Diese Boote, oft noch trailerbar, bieten 3 bis 4 Personen auf Wochenendtörns oder zwei Personen auch auf einer längeren Urlaubsfahrt ausreichend Lebens- und Stauraum. Dieser teilt sich aber immer unabhängig auf die beiden Rümpfe auf. Einen kleinen Blick in den Innenraum bietet multihull.de in seiner
Obwohl es kaum zu glauben ist, sind in dieser Größenklasse auch bereits Boote mit überbautem Brückendeck zu haben. Sie bieten erstaunlich viel Wohnraum, allerdings darf man an die Segelleistungen keine besonderen Ansprüche stellen. Zu nennen sind hier die erst wieder neu aufgelegte HIRONDELLE MKII, der nicht mehr gebaute PROUT 26 oder die HEAVENLY TWINS. Mit letzterer wurden sogar schon Weltumsegelungen gemacht. Katamarane 9 bis 12 mZuerst die Open-Deck-Typen. Die Einsparung des Deckshauses hat eine geringeres Gewicht und nicht zu vernachlässigen einen geringeren Windwiderstand zur Folge, was sich in höherer Geschwindigkeit und besser Höhe am Wind niederschlägt. Allen gemeinsam ist, daß sie das mehr sportliche Segeln in den Vordergrund stellen, vergleichbar dem Cabrio-Fahren beim Auto. Die schnellen Boote von Shuttleworth haben in den aufgeblähten Rümpfen bereits so etwas wie Wohnkomfort und auch anderen Designern gelingt das Kunststück. Boote wie die SEAWIND 1000 von Ward oder einige Kelsall- und Tennant-Designs stehen ebenfalls als Beispiele dafür.
Nun zu den Deckshaus-Katamaranen. Hier herrscht grundsätzlich die Gefahr, zuviel Schiff bei gegebener Länge zu wollen und noch schlimmer - auch zu bekommen. Neben dem guten Geschmack (über den sich bekanntlich streiten läßt) werden aber auch oft Grundregeln verletzt, die zu plumpen und schlecht segelnden Booten führen. Dabei ist es natürlich jedem selbst überlassen, ob er als Stegsegler ein Hausboot vorzieht. Ich möcht hier aber über Segelboote schreiben.
Zu breite und gedrungene Rümpfe führen dazu, daß das Boot nicht mehr brauchbar läuft und von der kleinsten Welle abgebremst wird. Werfen Sie einen Blick unter das Brückendeck, ob der der Abstand zur Wasseroberfläche nicht schon gefährlich klein ist. Dies ist die Folge des (unsinnigen) Zwanges auch bei 10 m langen Booten Stehhöhe im Salon anzubieten ohne dabei die Optik nicht ganz kaputt zu machen. Ist der Abstand zu gering, ist beständiges Schlagen der Wellen gegen das Brücken die Folge. Das kann nicht nur zu Schäden am Boot führen, es macht auch das Schlafen bei Nachtfahrten unmöglich! Hohe Aufbauten führen zwangsläufig auch zu einem hohen Luftwiderstand, der beim Mehrrumpfboot wegen seiner Geschwindigkeit besonders zu Buche schlägt. So schreibt Derek Harvey in seinem Buch: ".. so daß z.B. eine Zunahme der Bootsgeschwindigkeit von 5 auf 10 Knoten einen viermal höheren Luftwiderstand zur Folge hat, während bei 15 Knoten der Widerstand 9 mal größer ist". Weiterhin müssen schwere Boote logischerweise größere Segelflächen an höheren Riggs fahren, um auf Touren zu kommen. Höhere Riggs führe wiederum zu erhöhtem Luftwiderstand u.s.w. Die Spirale kann nur durchbrochen werden, wenn man konsequent auf geringes Gewicht im Verhältnis zur Bootsgröße setzt. Als ein gelungenes Beispiel des Verzichts auf Stehhöhe im Salon ist die BANSHEE von Woods, die bei einer Gesamtlänge von 10,65 m mit einer Sitzhöhe von 1,35 m im Salon auskommt. Hervorragende Segelleistungen und viele Regattasiege sprechen für sich. Oder wie sagte der berühmte Yachtkonstrukteur Nat Herreshoff:" Stehhöhe braucht nur wer auch im Stehen schläft".
Einen kleinen Blick in den Innenraum dieser Größenklasse bietet multihull.de in seiner
Wer sich trotzdem nicht bücken will, dem nur bleibt die Qual der Wahl. Und er muss auch gegebenenfalls viel Geduld aufbringen. Heute bei Fountaine Pajot oder Prout einen Kat bestellen heißt sich auf Wartezeiten einzustellen, die dem Auto mit dem Stern vorbehalten waren. Aber es gibt mittlererweile dutzende von Mehrrumpfboot-Werften rund um den Globus. Australien hat sich zum wahren Mekka entwickelt und in Europa wurde England schon lange von Frankreich als Mehrrumpfboot-Nation überholt. Katamarane ab 12 m
Während man bei den unteren "Längengraden" mit diversen Kompromissen leben muss, kann ab 12 m Länge gutes Design mit Komfort und guten Segeleigenschaften gepaart werden. Einige Bettenburgen aus der Charterszene einmal ausgenommen. Eignerboote dieser Größe haben meist zwei bis vier Kabinen mit Kingsize-Doppelkojen und diversen sanitären Anlagen. Einen kleinen Blick in den Innenraum bietet multihull.de in seiner
Ab 14 m Länge wird das Boot schon wieder fast zu groß für ein Skipperpaar. Aber in dem Bereich 12 bis 14 m gibt es ausreichend Traumschiffe für Lottogewinner. Resümee
Alle Boote auflisten und beschreiben zu wollen würde diese Basisinfo sprengen. Aber multihull.de bietet Ihnen eine Übersicht über alle derzeit existierenden |